Kreml-Millionen für Journalismus auf Honigmann-Niveau

Eine Revolution hatten sie für den 3. Oktober 2014 in Berlin angekündigt. Verschwörungstheoretiker und Reichsbürger wollten an diesem Feiertag eine demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt jagen. Die Reichsbürger, weil sie in dem Irrglauben leben, in einem reaktivierten Deutschen Reich müssten sie keine Abgaben zahlen. Die Verschwörungstheoretiker, weil sie den Quatsch vom Deutschen Reich glauben und weil sie die deutsche Bundesregierung für Chemtrails und die Unterdrückung der „Freien Energie“ mitverantwortlich machen. Zugegebenermaßen eine stark verkürzte Aufzählung der Leiden, die diesen Menschen das Leben zur Hölle machen.

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Auswertung der Ereignisse am Tag danach. (Zum Vergrößern klicken)

Zwar eint diese Personen die Sehnsucht nach Frieden mit allen Despoten auf dieser Welt, auf der anderen Seite streiten sie sich schon wenige Stunden nach dem missglückten Umsturz darüber, wer die Schuld trägt, dass die Revolution irgendwie voll in die Hose gegangen ist. Für Uninteressierte kein großes Ding. Für Beobachter der Reichsdeutschen- und Verschwörungszene allerdings großes Kino. Apropos Kino. Wer hat eigentlich über die überschaubaren Proteste der politisch und seelisch Verwirrten, der glühenden Antizionisten und missionierenden Schlagerbarden berichtet? Die deutschen Mainstreammedien haben sich vorerst herausgehalten, zählen sie doch zum System, nicht anders zu erwarten. Doch Ruptly, der Berliner Ableger des vom Kreml finanzierten Fernsehsenders RT (ehemals Russia Today) sprang erwartungsgemäß in die Bresche. Schon seit Monaten betteln fragwürdige Figuren in Moskau für eine Ausstrahlung  von RT in deutsch. In Moskau rennt man mit dieser Bitte offene Türen ein. Eine weltweiter Ausbau der russischen Staatspropaganda ist schon lange in Planung.

Tatsächlich versuchte Ruptly, die „Revolution“ via Livestream zu übertragen. Im Bild Anhänger des vorbestraften Reichsbürgers Rüdiger Klasen (ehemals NPD-Funktionär in MVP).

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Screenshot pausierender Livestream auf Ruptly von den „Protesten“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruptly lässt Rüdiger Klasen zu Wort kommen.

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Screenshot Youtube

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruptly macht aus alubehüteten Gegendemonstranten kurzerhand Pro-DNR-Berliner die Merkel stürzen wollen (DNR = Volksrepublik Donezk)

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Screenshot Youtube

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch was will man erwarten? Vor kurzem postete der Chef von Ruptly, der ehemalige ZDF-Mitarbeiter Ivan Radionov, auf seiner Facebookseite einen umfangreichen Beitrag der völkischen Hardcoreseite Infoportal24.org. Der Honigmann lässt grüßen.

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Screenshot FB-Account von Radionov (Zum Vergrößern klicken)

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