Ken Jebsen und das »jüdisch-angelsächsische Kapital«

Ken Jebsen sagte in seinem YouTube-Video »KenFM über: Zionistischer Rassismus« folgenden bemerkenswerten Satz:

»2 – 3 % der Amerikaner haben jüdische Wurzeln. Zum Vergleich: 25 % haben Deutsche. Im Gegensatz zur deutschen Community stellen die 2 – 3 % der US-Amerikaner mit jüdischen Roots aber 25 – 30 % der reichsten Familien des Landes. Wer das behauptet? Das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes. Dieses Geld wird überall eingesetzt, um eigene Interessen durchzusetzen.«

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Ken Jebsen redet sich auf einer Berliner Montagsmahnwache in Rage (Bild: YouTube-Screenshot)

Ob Ken Jebsen ein Antisemit ist? Und was er meint beweisen zu können, wenn er die Forbes-Liste der reichsten Amerikaner unter religiösen oder gar ethnischen Gesichtspunkten aufschlüsset? Diese Fragen vermag wohl nur er selbst zu beantworten. Fakt ist, dass Jebsen häufig mit alten antisemitischen Ressentiments spielt. Wer fühlt sich bei derartigen Aussagen nicht unangenehm an Adolf Hitlers Kampfreden gegen das »jüdisch-angelsächsische Kapital« erinnert (siehe beispielsweise Adolf Hitlers Kampfrede gegen die jüdisch-angelsächsische Weltverschwörung im Berliner Sportpalast am 30. Januar 1941)?

Aber gibt es nun in den USA eine Finanzelite die jüdische Partikularinteressen verfolgt? Die Website haGalil schreibt dazu: »Die internationalen Finanzmärkte arbeiten nach einer anderen Logik als der von nationalstaatlichen oder gar „rassebiologischen“ Ressentiments. Die Kapitalströme werden von transnationalen Konzernen praktisch ungehindert dorthin geleitet, wo sie am meisten Gewinn bringen. Sie sind längst nicht mehr an nationale Grenzen gebunden oder gar an völkische Interessen, geschweige denn an „jüdische“. Nationale Schutzzölle gibt es fast nicht mehr. Die Eigentumsverhältnisse an den erzielten Gewinnen werden über die Aktienmärkte verteilt. Privataktionäre spielen heute in diesem Verteilungswettbewerb keine große Rolle, sondern Unternehmensbeteiligungen, Fonds und Kapitalgesellschaften. Deren Organisation ist global, nicht national ausgerichtet. In der heutigen Zeit haben nationale Wirtschafts- und Produktionsstrukturen keine Chance mehr, rentabel zu sein. Das haben auch sozialistische Staaten, wie z.B. China erkannt, – und längst damit begonnen, eine internationale Marktwirtschaft zu betreiben. Abgesehen von der reinen Geldvermehrung profitieren Kapitaleigner weltweit von der menschlichen Arbeitsfähigkeit – in der Finanzsprache heute wohl treffender als „Wertschöpfungskraft“ bezeichnet. Vor dieser Arbeitsfähigkeit haben sie also ganz sicher keine Angst. Man sieht, dass die nationalistische Argumentation in wirtschaftlichen Zusammenhängen ins Leere geht, da nationalstaatliche Kriterien bei den transnationalen Konzernen „den so genannten „Global Players“ – heutzutage keine Rolle mehr spielen«.

In diesem Zusammenhang soll an dieser Stelle auch auf das neue Onlinetool der Amadeu Antonio Stiftung gegen Antisemitismus in Sozialen Netzwerken hingewiesen werden.

Link: http://www.nichts-gegen-juden.de/

Siehe dazu auch:

https://www.freitag.de/autoren/dame-von-welt/kenfm-rassistischer-zionismus

http://schwarzerschmetterling.org/index.php?id=78

http://michaelbittner.info/2014/05/08/ken-jebsen-oder-wahnsinn-mit-methode/

http://www.hagalil.com/archiv/2006/03/finanzjuden.htm

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